26.06.2016: Der Brexit ist noch ganz frisch. 4 Szenarien des Brexits für Schottland. Die Folgen für England Reisen und Schottland-Urlaube sind noch nicht richtig abzusehen. An dieser Stelle möchte ich aber einige Gedanken dazu aufzeigen, einfach weil mir das Land am Herzen liegt.

 

Brexit Folge: Schottland wird eigenständig – EU und Euro Beitritt (Szenario 1)

Ein mögliches Szenario ist sicherlich, dass Schottland ein neues Referendum über die Zugehörigkeit zu Großbritannien abhalten wird. Das Ziel ist dann nicht nur die Abspaltung von England, sondern auch der Beitritt eines eigenständigen Schottlands zur EU. Dann wird das Reisen und Urlaub machen in Schottland wieder ganz einfach sein. Möglich ist zudem, dass Schottland im Zuge dieser politischen Umstrukturiererung auch in den Euroraum eintritt. Dann wird für Urlauber alles noch einfacher.

Bisher sind viele Schottlandurlauber über London geflogen, ob das in Zukunft auch so sein würde ist dann nicht mehr so ganz sicher. Denn ein Abstecher in London ist dann keine Selbstverständlichkeit mehr. England ist dann tatsächlich und wohl auch gefühlt ein anderes Land mit einer anderen Währung. Reisende und Urlauber lieben es einfach.

Ich denke das ist ein ganz wichtiger Punkt: Im Urlaub will ich nicht nachdenken und mir groß Gedanken machen müssen, wenn es auch ohne geht.

Schottland bleibt in Großbritannien (Szenario 2)

Nun wird es für Schottland-Urlauber Änderungen geben. Das hängt aber ganz stark davon ab, wie die Verhandlungen über die unzähligen Bilateralen und Multilateralen Verträge laufen. Heute in der Schweiz Urlaub zu machen ist überhaupt kein Problem – abgesehen vom derzeit (2016) starken Franken, der den Urlaub sehr teuer macht.

Ich bin schon zuversichtlich, dass es für die Briten, insbesondere Schotten so wichtig ist eine funktionierende Reisewirtschaft zu erhalten, dass es hier zu sinnvollen Vereinbarungen hinsichtlich der Reisefreiheit kommen wird.

Die Frage der zukünftigen Stärke des britischen Pfunds ist derzeit noch kaum zu beantworten. Wenn die Talfahrt des britischen Pfunds so weitergeht, dann ist das für Urlauber natürlich erst mal ein Segen. Nur, für die Engländer & Schotten werden die Importe noch viel teurer werden. Das kann sich auf den Standard der Angebotenen Waren und Dienstleistungen im Tourismus auswirken.

Das ist dann die Frage, welche Waren Großbritannien wieder selbst herstellen kann. Wie viel die Hotellerie an Hardware und Food importieren muss, wird man sehen. Urlauber mögen es auch gerne sauber und nicht zu verkommen. Der Charme der natürlichen Patina und alte Burgruinen sind Sehenswürdigkeiten. Für den Normal-Touristen ist ein runtergekommenes Hotel keine Sehenswürdigkeit und liefert auch schlechte Gewinnmargen – auch wenn die Landschaft in den Highlands noch so schön ist.

Auf der anderen Seite waren die Briten im Allgemeinen auch immer recht pragmatisch. Sie werden sicher Wege finden, damit den Schotten nicht zu viel verloren geht und Harris Tweed Sakkos, Handtaschen und Geschenke sollen weiterhin gute Andenken und Exportprodukte sein.

Die anderen EU Bürgen suchen sich andere Urlaubsziele (Szenario 3)

Das ist eine ganz schlechte Sache, wenn die Austrittsverhandlungen, wie auch der Brexit-Wahlkampf weiterhin ganz emotional geführt wird. Das vergiftet die Stimmung. Wenn auf Grund von Falschaussagen die Schotten und Briten, die Festlandeuropäer nicht mehr mögen, werden diese irgendwann auch die „Leute von der Insel“ nicht mehr mögen. Der Schottlandtourismus wird in einen Abwärtsstrudel gezogen.

Populismus kann so etwas hervorbringen, die Frage ist einfach wie sehr und wie gerne die Wähler auf beiden Seiten darauf reinfallen und sich weiterhin im Selbstmitleid suhlen wollen. Hoffen wir mal, dass es so nicht kommt. Manchmal siegt eben doch die Vernunft.

Der Brexit wird doch noch abgewendet (Szenario 4)

Die wohl unwahrscheinlichste Option für Schottlandurlauber: April April, alles nur ein Scherz. Die Britische Regierung findet einen Weg das Brexit-Referendum als nicht bindend, sondern nur als „Empfehlung“ anzusehen. 

Oder die Englische Königin legt ihr Veto ein (ob sie das darf oder nicht, weiss ich nicht): Aber man kann durchaus als König, das Land vor die Wahl stellen: Entweder die Entscheidung der Königin wird akzeptiert oder die königliche Monarchie wird als Ganzes aufgelöst. In einigen Staaten wäre dann der König eben Geschichte in England bin ich mir da nicht so ganz sicher (das ist aber nur eine ganz persönliche Meinung).

Da EU-Parlament wäre zwar stocksauer und würde mit Sicherheit alle Britenrabatte streichen wollen. Dennoch würden sich alle fügen müssen, da offenbar ein Land selbst aus der EU austreten muss und nicht raus geworfen werden kann.

Brexit – Fazit – Ruhe bewahren

Soviel zu meinen Gedanken zum Brexit,  Nun ja in den meisten politischen Entwicklungen ist es ganz schlau erstmal Ruhe zu bewahren. Probleme künstlich hoch zu kochen hat noch niemandem genutzt. Das heißt aber nicht, dass man sich auf der Nase rumtanzen lassen muss. Jetzt sind erst mal die Briten selbst dran, ihr innenpolitisches Chaos nach dem Schock zu sortieren. Die Märkte werden schon einen erheblichen Druck ausüben, und zum zügigen politischen Arbeiten mahnen.

Wir werden sehen welche Folgen der Brexit für Schottlandurlauber haben wird.

Brexit Updates. Was gibt es Neues?

Brexit Update 1 (26.06.2016) Schottland kann vielleicht Zustimmung verweigern

Auf Spiegel.de ist ein sehr spannender Artikel erschienen, wie der Brexit doch noch verhindert werden kann. Schottland kann möglicherweise über seine Abgeordneten die Umsetzung des Referendums parlamentarisch verhindern. Für die Briten steht das „Vereingte Königreich“ auf dem Spiel: Schottland, Nordirland und Gibraltar haben sich klar für einen Verbleib ausgesprochen und die Region London auch.

Wie schon gesagt, so ist das Referendum rechtlich nicht bindend – es ist quasi nur einen Empfehlung für das Regierungshandeln. Wer die „Nichtumsetzung“ allerdings dann zu verantworten hat wir wohl politischen „Selbsmord“ begehen. Kann schon sein.

Bei der Eingabe von Petitionen muss sich das Britische Parlament zumindest damit befassen. Das neue Referendum über den Verbleib in der EU (Remain) hat schon viele Unterschriften.

Mal schauen was es Neues zum Brexit gibt .

Brexit Update 2 (27.04.2017) Der Brexitantrag ist eingegangen und die Verhandlungen sind im Gange

Der Brexitantrag wurde am 29.03.2017 eingereicht. Die Regierung unter May wirbt für einen harten Ausstieg. Im Sommer wird es Neuwahlen geben, damit soll die englische Regierung unter May eine höhere Handlungsvollmacht erhalten.

Schottland kämpft noch und steckt in einer schwierigen Situation. Die Mehrheit der Schotten möchte in der EU bleiben aber ein vollkommener Bruch mit London ist auch keine erstrebenswerte Situation.

Auf jeden Fall hoffe ich sehr, dass die Politik es irgendwie schafft, dass auch Harris Tweed Produkte weiter exportiert werden können. Harris Tweed ist nur die bekannteste Marke aller Tweed Produkte sind sehr englisch und haben unsere Modewelt reicher gemacht. Außerdem ist es eine traditionelle Produktionsweise, die sehr hochwertige Produkte liefert und schützenswert ist.

Jetzt gilt es die englischen Neuwahlen am 08.Juni 2017 abzuwarten.